Die tibetische Astrologie der Elemente (abyung-rtsis)

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Astrologie der Rhythmik der Lebensenergie

Die Ursprünge der tibetischen Astrologie sind vielfältig und auf drei Hauptquellen zurückzuführen: der Bön-Religion, der chinesischen und indischen Astrologie.

Der Ursprung der Bön-Tradition liegt im ehemaligen Zhang-Zhung-Reich, das die erste Hochkultur Tibets darstellt. Das tibetische Wort für Astrologie lautet rtsis-rig und bedeutet Wissenschaft der Berechnung. Man unterscheidet in der tibetischen Astrologie zwei Systeme und Berechnungsarten:

1. Die Astrologie der Elemente = `byung-rtsis
Dazu gehören die:

  • 5 Elemente (`byung-ba-lnga)
  • 12 Tierzeichen (lo-rtags)
  • 5 individuelle Kräfte
  • 9 Mewa (sme-ba)
  • 8 Parkha (spar-kha)
  • 12 Bereiche von Wachstum + Zerfall (dar-gud)

2. Astrologie der Sterne (skar-rtsis)
Sie ist verwandt mit unserer westlichen Astrologie und berechnet die Bewegungen der Planeten.

Beide Systeme werden zum Teil miteinander kombiniert, so z.B. bei der Bestimmung der Tagesprognosen.

Im tibetischen Buddhismus sieht sich der Mensch als Teil der Natur und des ganzen Kosmos und ist bemüht im Einklang mit Raum und Zeit zu leben.
Für einen Tibeter besitzt Zeit nicht nur eine Quantität, sondern auch eine Qualität. Wenn der Mensch die Energien des Augenblicks kennt, handelt er nicht mehr blind, sondern in Einklang mit dem Universum, und die Astrologie dient der Berechnung dieser Energien

Vor allen wichtigen Lebensabschnitten, wie Geburt, Heirat, Begräbnis, Reisen und Rituale, konsultiert der Tibeter einen in der Astrologie ausgebildeten Lama oder Laien.
Auch zum Medizin-Studium gehört in Tibet eine astrologische Ausbildung, da z.B. bestimmte medizinische Eingriffe nur zu vorgegebenen Zeiten durchgeführt werden sollen, Art und Verlauf einer Krankheit, sowie Heilungsmöglichkeiten abhängig sind von den gegenwärtigen Energien.

Die tibetische Astrologie dient nicht nur der Vorhersage, sondern berechnet die Rhythmen und Zyklen der Zeit. Grundlage dieser Berechnung ist der Mondkalender -im Gegensatz zu unserem Sonnenkalender- und Aufgabe der tibetischen Astrologen ist es, den jährlichen Kalender (lo-tho) zu erstellen. Diese Almanache enthalten einen Kalender, allgemeine und persönliche Prognosen für das Jahr, sowie Monats- und Tagestabellen.

Tibetischer lo-tho aus dem Jahr 1968

 

Die Hauptberechnungsarten der `byung-rtsis-Astrologie sind:

  • Geburts-Berechnung (skyes-rtsis)
    Berechnung der obigen astrologischen Punkte zum Zeitpunkt der Geburt. Sie stellt die Grundlage für alle weiteren Kalkulationen dar.

  • Lebens-Berechnung (tshe-rtsis)
    Berechnung astrologischer Faktoren bei der Geburt unter Einbeziehung der Eltern. Erlaubt eine Aussage über einzelne Lebensabschnitte, die Lebensspanne und ermöglicht eine individuelle Interpretation.

  • Jahres- oder Hindernis-Berechnung (keg-rtsis)
    Zeigt, welche Hindernisse, Schwierigkeiten und Gefahren einzelne Jahre beinhalten.

  • Krankheits-Berechnung (nad-rtsis)
    Berechnet werden u.a. die Dauer einer Krankheit, ihre Schwere, sowie auslösende Faktoren.

  • Heirats-Berechnung (bag-rtsis)
    Diese Berechnung erlaubt Aussagen darüber, ob zwei Menschen miteinander harmonisieren, wann und wie eine Hochzeit ausgerichtet werden soll und welche Folgen diese Heirat evtl. hat.

  • Nachtod-Berechnung (gshin-rtsis)
    Diese Berechnungen treffen eine Aussage über die Sterbezeit, durchzuführende Bestattungszeremonien und den Wiedergeburtsbereich.

  • Neben diesen Hauptberechnungsarten gibt es noch eine Vielzahl weiterer Berechnungen, z.B. für Reisen, den Bau von Gebäuden usw.